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carolas reisen

(aus dem Jahr 2000) Lübecker Geschichten

Kurzreisen in D Posted on Di, September 07, 2021 12:45

. . . fangen meist mit „großer Geschichte“ an.

Mit der von der Hanse und den fleißigen Kaufleuten, mit der von Thomas Mann und den Buddenbrooks, oder mit der von Günter Grass und dem Nobelpreis, und „seinem“ Rot-weinladen.
Nicht bei uns, nicht mit uns. Unsere Geschichten fangen dort an, wo die genannten Dichterfürsten aufhören; beim Marzipanschweinchen,

den Fußgängern in der ihnen zugewiesenen Zone, dem Hund und der Katze von nebenan, vom Quartierzimmer.
August ist in Deutschland, solange ich mich zurückerinnere, und das sind schon ein paar Jahrzehnte, immer ein Schönwettermonat. Ausnahme ist das Jahr 2000, in dem bis jetzt Wetter anders war als bisher. Und dieser August ist ein anderer als je zuvor, aber das hat mit privaten Dingen zu tun. Dennoch, das Wetter, so es denn eines ist, oder auch nur die Bezeichnung dafür verdient, also dieses Undefinierbare, treibt uns aus Berlin in die kleine nahe Welt nach Lübeck.
Das Internet hat uns auch hier bei der Zimmersuche unterstützt, dahinter steckte dann aber doch die altdeutsche Form der Anmietung, Fragebogen ausfüllen, faxen, bestätigen, telefonieren, und gezahlt wird natürlich auch in bar, direkt bei der Vermieterin. Und das „Zimmer mit Küche“, so wie es angepriesen und vermittelt wurde, war dann auch ziemlich deutsch, sehr deutsch. Die Küche besteht aus einer Kaffeemaschine, einer Mikrowelle und einem abgeschaltetem Kühlschrank, auf zwei Ecken des Zimmers verteilt. Das Sammelsurium-Geschirr befindet sich an einer dritten Stelle, auf dem engen Flur in einem Garderobenschrank. Trotz der kalten und feuchten Witterung ist selbstredend nicht geheizt, dafür sind die Fenster offen. Meine feine Nase nimmt sofort Witterung nach Muffelgeruch auf. Lichtblick, und die Stimmung etwas erhellend, ist der moderne Markenfernseher mit Satelitenanschluß. Dafür fehlt das Telefon, und somit die Nabelschnur in die große weite Welt des Internet.
Es ist deprimierend für so eine Unterkunft fast 100,–DM zu bezahlen. Wir sehen uns darin bestätigt, in Europa, besonders aber in Deutschland, nur in Hotelketten wohnen zu können, dem Preis-Leistungsverhältnis angemessen und ohne Abstriche am Gewohnten machen zu müssen.
Egal, ist eben nicht die große weite Welt…und für die zwei Tage wird’s schon gehen.
Der Reiseweg kam auch aus dem Internet, wie sonst sollten wir wissen wo die Schleusenstraße ist. Die Beschreibung ist von US-Amerikanern für US-Amerikaner gemacht, eindeutig. Meterangaben, und wenn es nur hundert sind, also eine Entfernung die man mit bloßem Auge locker übersehen kann, werden explizit ausgedruckt, jede kleine Kurve beschrieben. Sehr witzig, aber nur bedingt hilfreich; nämlich am Zielort, wo es dann wirklich darum geht in einer unbekannten Umgebung auch punktgenau anzukommen.
Ausgepackt, und wieder rein ins Auto, in die Stadt. Die Geschäfte schließen um 19:00, so haben wir noch ein wenig Zeit durch die gut besuchte Fußgängerzone zu schlendern, einige der Sehenswürdigkeiten Lübecks gleich noch zu begucken, und auszuwählen was wir am nächsten Tag alles näher unter die Lupe nehmen werden.
Das Puppen-Theater-Museum ist so eine Sehenswürdigkeit.




Leider können hier nur sehr wenige Bilder aus diesem beeindruckendem Museum gezeigt werden. Unbedingt hingehen, selbst ansehen. Es ist liebevoll gestaltet und mit viel Fachwissen um alte Puppen, Marionetten, Stabpuppen, Marotten, und Handpuppen ausgestattet.

Vom Holstentor kommend, Richtung Rathaus („bergauf“), die erste Straße rechts herum. Eintritt 6,–DM. Täglich von 9:00 – 18:00 geöffnet.
Nach dem Besuch des Museums, rechts herum, die enge Gasse bergauf, dann links und wieder links, und schon steht man vor der St. Petri Kirche,



die DER Aussichtsturm in Lübeck, über Lübeck, ist. Die Kirchengemeinde hat pfiffig gedacht und gehandelt, und den im Krieg zerstörten Glockenturm zwar wieder aufgebaut, aber die Glocken stehen vor dem Portal. Zu ihrem angestammten Platz führt jetzt ein Aufzug. Der Blick auf den Rathausplatz mit dem regen Treiben und der Blick auf die Dächer der verwinkelten Altstadt lohnt die 3,50 DM für die Auffahrt allemal.
Das alte Rathaus ist ein beeindruckender Bau der Jahrhunderte und der verschiedensten Stilepochen. Der „Germanistenkeller“ erweckt mein Interesse, aber der Zugang ist nur über den Ratskeller möglich; nur weiß man nicht so genau wo der Eingang für den ist. Klärung schafft hier vermutlich die gleich nebenan eingerichtete Sammelstelle für alle Stadtführungswilligen.
Wir sind nicht willig, und die richtige Zeit dafür ist es sowieso nicht. Täglich um 11:00 und 14:00 geht es durch die Stadt. Es gibt aber auch ein sehr pfiffiges Infosystem, das es einem ermöglicht ungeführt die Sehenswürdigkeiten zu entdecken.
Eine Sehenswürdigkeit, die eigentlich gar keine ist, wohl aber mein absolutes Hauptinteresse an Lübeck darstellt, ist der „Marzipanpalast“, das Ladengeschäft der Firma Niederegger.

Ich gerate in Verzückung, die Vorstellung man ließe mich hier über’s Wochenende zurück lässt mich genussvoll stöhnen. Aber dem kann und darf nicht so sein. Endlich erstehe ich meine geliebten Marzipanschweinchen. Man kriegt sie ja sonst schon fast gar nicht mehr zu kaufen, und dabei sind sie doch mit so viel Erinnerungen an die Kinderzeit verbunden.
Die Kids von heute haben vermutlich Pommes, Spaghetti, McDonalds oder die Cola Dosen als Altlast mit sich herumzuschleppen, wenn sie denn diese Ernährung überleben, und alt werden. Ist aber auch eine armselige Erinnerung…
Heute am Samstag, dem 5.August 2000 wird Lübeck seine eigene Art Love-Parade bekommen. Musikdampfer, beladen mit Musik der unterschiedlichsten Stilrichtungen und dazugehörigem Publikum, stechen ab 13:00 in See; Richtung Travemünde und zurück, und wieder los, solange bis die Party zu Ende geht.
Wir fahren ohne Dampfer in Richtung Travemünde.




In einem sehr guten italienischem Restaurant nehmen wir unser Mittagsmahl ein. So gute Pizza und so eine hervorragende Salatsauce hatten wir schon seit Ewigkeiten nicht mehr in einem Restaurant. Die Preise sind eines Kurortes würdig, das Essen aber auch, und somit stimmt die Sache. Aber auch hier verweilen wir nicht lange. Es zieht uns auf das offene Meer hinaus. Für ganze 10,00 DM pro Nase kann man mit der Fähre den ganzen Tag hin und her fahren, immer zwischen den Inseln Fehmarn und Lolland hin und her.

Natürlich sind wir dabei. Ein großes Schiff voll beladen mit PKW’s und vielen LKW’s und anderen Mitfahrern macht sich auf den Weg mit uns.
Wir machen den Turn nur einmal, und sind nach knapp zwei Stunden wieder auf Fehmarn in Puttgarden. Wir wollen uns noch das Feriendorf in Burg angucken. Der Weg dorthin erinnert uns ein wenig an die Weitläufigkeit Rügens. Das „Dorf“ selbst ist eine einzigste Bausünde. Späte Betongotik der 70er Jahre. Es kann einen schütteln. Was unsere Politiker so alles wegen und für Geld gemacht, zugelassen und geduldet haben. Berlin Märkisches Viertel ist nicht schlechter, nur fehlt der See-Blick in Berlin.
Zurück nach Lübeck geht es nicht anders als hierher, über die Fehmarnsund-Brücke. Es weht eine „Steife Brise“, der Windsack hängt waagerecht. Aber es sind keine Böen, und somit ist das Ganze ungefährlich.

Unsere Wochenendfahrt geht gemütlich über die alte Transitstrecke der B5 zurück nach Berlin. Vieles hat sich verändert, am meisten aber die Straßenführung und die Straßenqualität. Nur eines erstaunt uns sehr, kein McDonalds unterwegs. Das ist in Brandenburg und MeckPom ganz anders.

Aber Ritter Kahlbutz ist geblieben, nur der Hinweis auf ihn ist neu, und so besuchen wir „Das biologische Rätsel“.
Fotografieren ist eigentlich verboten, aber Andreas hat das Schildchen doch einfach nicht gesehen, und so haben wir den Ritter jetzt im Internet. So einer gehört auch hierhin. „Das Recht der ersten Nacht“ für sich in Anspruch nehmen und auch noch Konkurrenten totschlagen, da ist die Unvergänglichkeit doch das Mindeste was dem Kerl widerfahren konnte. Und jetzt soll alle Welt im www. das wissen und erfahren. Nicht nur das Land der Dichter und Denker waren wir, wir wissen es auch aus anderen Zeiten, wir waren, und sind schon wieder im Begriff, ein Land der Totschläger zu werden. Kahlbutz ist eine Jahrhunderte alte traurige Mahnung.

Aber wie die Menschen so sind, direkt neben dem Grauen liegt das Gemütliche. Ein Gartenlokal, und noch eins, und schon kehrt man fröhlich ein und lässt sich kauend nieder…

Gestärkt mit einem preiswerten, schmeckendem Imbiss geht es weiter nach Hause.
Und dann kommt endlich ein MacDonalds.

Einmal Caribbean Shrimps und Cola, einmal Schoko Donut und Kaffee.

So hat auch diese Reise ein gutes Ende gefunden.

Nicht ganz.

Der Kameramann hat leider beim Überspielen der Bilder einen unverzeihlichen, aber vermeidbaren, Routinefehler begangen, und so sind mehr als die Hälfte der Fotos unwiederbringlich verloren.

Macht nichts, fahren wir in 19 Jahren mal wieder hin, und holen das nach.



teil 2

Australien 1993 /1994 Posted on Fr, Dezember 20, 2013 12:46

am 18.Dez, vor 20 jahren, waren wir am AYERS ROCK.

diese reise war die erste reise innerhalb Australiens.
wir sind am SA
Morgen dem 11. Dez angekommen und gleich am MO 13. wieder los.
ab Sydney mit dem INDIAN PACIFIC
der fährt nach Perth; diese sagenumwobene 4.352 km strecke von der gut
ein drittel schnurgeradeaus geht. aber so weit wollten wir nicht. wir
wollten nur bis Adelaide, und von dort mit einem ebenso weltberühmten
Zug, dem GHAN, nach Alice Springs. Mitten in die Mitte Australiens.

Adelaide
war die erste Australische stadt die wir besuchten. denn in Sydney
hatten wir nur die fahrt zum haus unserer Freunde erlebt und die fahrt
zur bahnstation am MO.
schade, wir haben die bilder zu spät gescannt. viele sind schon sehr farbstichig.
In Adelaide gibt es eine witzige besonderheit. man fährt dort mit einer uralten Straßenbahn bis auf 50 meter ans Meer.

die Endhaltestelle, auf der einen seite, und einmal um die eigene achse gedreht, das meer auf der anderen. . .
für sternengucker ( wie mich) gabe es noch etwas zu sehen in ADELAIDE:
eine Bronzeplatte auf einem gehweg inmitten der Innenstadt eingelassen:


– – – 1986 HALLEY’S COMET 2062 – – –
BENEATH
THIS PLAQUE LIES A CAPSULE
CONTAINING
MESSAGES FROM SCHOOL
CHILDREN
AND RESIDENTS OF SOUTH
AUSTRALIA IN THE YEAR 1986 TO
CITIZIENS
OF THE STATE IN THE YEAR 2062

A COMBINED
REDENTIAL
CHILD CARE AGENCIES PROJECT

dann haben wir noch den ZOO von Adelaide besucht. übrigens der einzige ort an dem ich Koalas in Australien gesehen habe . . .
aber wir haben sogar den Tasmanischen Teufel gesehen, der kam ganz kurz aus seinem bau und hat sich sein kurz zuvor gebrachtes Fressen reingeholt. der teufel und der ECHIDNA (ein australischer Igel) sind endemische tiere und außer in AUS nirgendwo sonst heimisch. allenfalls in Zoos.
ein stadtrundgang brachte uns dann boch zu dem Hutgeschäft „Adelaide Hatters“ – wir konnten beide nicht wiederstehen und haben uns Hüte gekauft. die werden später noch zu sehen sein.
am DO den 16. sind wir dann mit dem GHAN um 14:00 richtung ALICE SPRINGS losgefahren.
20 stunden bahnfahrt erster klasse, mit ( very sehr englischem) DINNER in einem sehr wackelndem zug lagen vor uns.

es gibt viel zu erzählen zu dieser bahnfahrt . . . vlt füge ich das irgendwann alles noch hier ein. heute erst einmal nur die bilder und die kurzbeschreibung.
ich finde, nach 20 jahren haben die bilder es verdient das licht der welt wieder zu erblicken, und auch schatz‘ mühevolle digitalisierung vor ein paar jahren, muss endlich sinnvoll gewürdigt werden.

in Alice Springs haben wir in einem kleinen Hotel gewohnt. aber alles in Alice Springs war damals irgendwie klein.am nächsten morgen sind wir dann mit dem bus Richtung Ayers Rock gestartet.
der erste stopp war auf der hinfahrt war im Mt. Ebenezer Roadhouse N.T. – in einem einsamen bistro-shop.

aber dann ging es endlich zum AYERS Rock – wir kamen gerade recht um den spaktakulären Sonnenuntergang mit zu verfolgen. der Busfahrer fuhr mit uns zu einem
beobachtungspunkt von dem aus das spannende farbspiel des
sonnenunterganges „AUF“ dem Felsen wirklich gut zu beobachten war.
es gab viele ohs und ahhs, und klameraklicks.

die gescanten farbbilder sind leider nicht mit der wirklichkeit vergleichbar.
außer dem tollen farbspiel das die untergehende sonne bot,

. . . erinnere ich mich an die absolute stille. selbst die Dingos waren lautlos.

und dann ging es weiter auf der 500km -Outback-Bus-Tour, ins Ayer Rock Resort
damals, 1993, gab es nur dieses eine. tatsächlich möchte ich es für mich als eines der interessantesten Hotels bezeichen, die ich je genutzt habe.

für den nächsten morgen wurde noch fast im dunkeln die abfahrt eingeplant, und weil das vor der küchenzeit des hotels war, wurde vereinbart, Rücksäcke für uns zu packen mit einem ausreichendem frühstück und Lunchpicknik sowie wasser.

bei aufgehender sonne fuhren wir zuerst zum AYERS ROCK um dort denen die hinauf klettern wollten, das vor der Mittagshitze zu ermöglichen. wir sind nicht hinauf geklettert sondern mit unserem Busfahrer einmal um den berg herum gelaufen und haben ganz viel interessantes und ungewöhnliches erfahren, über diesen heiligen berg der ABORIGINES.

weiter ging es dann zu den OLGAS, das ist eine äußerst interessante felsformation ca 60 km westlich vom Ayers-Rock.


nach dem wir auf den Olgas herumgeklettert sind, ging es dann Richtung Heimat, allerdings mit einem Busfahrerwechsel mitten in der Wüste.
mr Pocket Knife smiley würde uns also den rest der Fahrt zurück nach Alice Springs begleiten.

MO 20.Dez um 13:00 war unser Abflug aus ALICE SPRINGS mit ANSETT, der kleinen Tochter der großen QUANTAS, richtung SYDNEY.
vier stunden, fünf minuten. aber ich meine, da ist eine zeitzone
von einer stunde dabei.
vormittags hatten also freie zeit. sind durch die einzige -sehr kleine- aber damals sehr gemütliche fußgängerzone geschlendert. haben in einem bistro mit offener veranda gesessen und postkarten geschrieben, ich.
und wir haben von der einzigen telefon-„zelle“ aus, mit in australien gekauften telefonkarten, mit papa in Kreuzberg telefoniert. das war so eine tolle verbindung, dass er prompt fragte, wo wir denn sind, denn es höre sich an, als wenn wir neben ihm stünden.

und in einem, von mind zwei, örtlichen OPAL-geschäften haben wir in dem auf der straße stehendem werbewägelchen nach kostenlosen kleinen opal-resten gesucht.

. . . anflug auf Sydney. der kleine graue „strich“ ist der Sydneytower.

nur sind das leider kurze
sommer-zeit-tage in australien. ab 17:00 begann es zu dunkeln und um
18:00 war es bereits stockfinster, sofern man nicht im bewohnten gebiet
unterwegs war.

hier endet der zweite teil, mit dem ersten inneraustralischem Ausflug.



teil 1

Australien 1993 /1994 Posted on Fr, Dezember 20, 2013 12:26

. . zunächst mal der reise-organisationsplan.
die erste tabelle in
( nicht: mit !! – denn ich habe die nicht geschrieben, formatiert oder
entwickelt. ich habe da drin nur getippert) der ich je „gearbeitet“
habe.

ooooch, so unscharf . . .

nun gut, dann will ich mir mal die mühe machen und das ganze noch
einmal in eine neue tabelle bringen, ich kann das ja inzwischen perfekt.

so da ist sie, die neue tabelle


doc

wie dieser etwas verrückte reiseplan zustande kam, und was das alles für schwierigkeiten machte, schließlich war das IN noch nicht wirklich nutzbar, erzähle ich ich demnächst hier noch. ((>> heute ist der 21.12.13 ))